Spracherwerb in der Grundschule

Immersiver Spracherwerb

Kinder lernen Sprachen am effektivsten in frühen Lebensjahren. Das aus Kanada stammende Konzept "Immersiver Spracherwerb" ist seit den 1960er Jahren entwickelt worden und genießt international eine hohe Anerkennung. Immersiv bedeutet "einträufelnd", es meint also das unbemerkte Lernen, ähnlich wie beim Erlernen der Muttersprache. Der Spracherwerb soll dabei so früh wie möglich, so intensiv wie möglich, so natürlich wie möglich und so motivierend wie möglich sein.

Bilingualität Französisch

Die Entscheidung, den Schwerpunkt der Bilingualität auf die französische Sprache zu legen, wurde bewusst getroffen. Dabei geht es neben der Tatsache, dass Französisch eine der wichtigen Weltsprachen ist, auch darum, dass Französisch als eine „echte Fremdsprache“ für das immersive Sprachlernen besser geeignet ist, als z.B. die englische Sprache, die in der deutschen Umgangs- und Werbesprache in teilweise stark verfälschter Form bereits sehr präsent ist. Insofern stimuliert die französische Sprache die natürlichen Anlagen des Spracherwerbs stärker als Sprachen, die der deutschen Sprache ähnlich sind.

Französisch von der ersten Stunde an

Um dem Prinzip der Immersion Rechnung zu tragen, werden die Schüler vom ersten Schultag an konsequent mit der französischen Sprache konfrontiert. Dabei empfinden die Kinder dies schnell als selbstverständlich und erschließen sich durch Lieder, Spiele und nichtverbale Kommunikation mit den Lehrern, z.B. über Gesten und Körpersprache, schrittweise und nachhaltig die Bedeutung von Kommunikation – nicht jedoch die ‚Übersetzung’ des Gesagten.

Fremdsprachenerwerb in Halbgruppen

Die Intensität des Sprachen-Lernens wird unterstützt, indem dieser grundsätzlich in Halbgruppen, d.h. in jeweils halber Klassenstärke, durchgeführt wird. Dabei kommen weitestgehend Lehrkräfte zum Einsatz, die in ihrer Muttersprache unterrichten.

Französisch als Unterrichtssprache

Eine weitere Unterstützung der Immersion wird erreicht, indem Französisch nicht nur im Französisch-Unterricht, sondern auch im Fachunterricht – z.B. in Mathematik oder Sachkunde – als Unterrichtsprache verwendet wird.

Tandemunterricht

Um bei der Verwendung der französischen Sprache als Unterrichtssprache die Inhalte optimal mit dem deutschen Unterrichtsstoff zu verzahnen, wird der Unterricht unter anderem auch als Tandemunterricht gegeben. Dabei kooperieren ein französischer und ein deutscher Lehrer intensiv, um neben dem Spracherwerb auch das fachliche Verständnis des Unterrichtsstoffes zu sichern.

TeleTandem

Eine gute Gelegenheit für die Schüler, ihre Kenntnisse auch mit Gleichaltrigen Schülern im französischsprachigen Ausland anwenden zu können, wird regelmäßig das sogenannte TeleTandem – Videokonferenzen mit französischsprachigen Klassen an Partnerschulen – angeboten. Hiermit bereiten sich die Schüler auch langfristig auf Sprachreisen ins Ausland vor und lernen Partnerklassen und –schüler bereits frühzeitig kennen.